von Martin Fürst,

Winterschlaf und Winterruhe und Kältestarre

 

Winterschlaf und Winterruhe - ist da ein Unterschied?

Und was ist Kältestarre? 

Klingt ja schon gruselig, irgendwie.

Ganz durch ist man noch nicht mit der Erforschung der Impulsgeber dieser auffälligen winterlichen Verhaltensmuster. Sind es fallende Temperaturen, hormonelle Umstellungen, veränderte Tageslängen, Nahrungsmangel oder eine Art „innere Uhr“?
 
Jedenfalls gehören sie zu den Naturerscheinungen, die auch naturferne Gesellschaftsschichten insofern zu faszinieren scheinen, als dass sie zumindest irgendeine Art von Vorstellung haben, wer das was im Winter so tut.
So weit so gut.
 

Aber wo ist der Unterschied zwischen Winterschlaf und Winterruhe?

  • Winterschlaf und Winterruhe - da ist ein Unterschied?
  • Und was ist Kältestarre - klingt ja schon gruselig, irgendwie.

 

Beeindruckende Strategie für Hiergebliebene

Grundlegend kann bei allen dreien davon gesprochen werden, dass es eine faszinierende Strategie ist, Kälte, Schnee und Nahrungsmangel zu entgehen.
Manche Vögel wandern großstreckig ab und kommen ein paar Monate später wieder, wenn´s wärmer ist.
Nicht so Langstrecken-taugliche Tiere wählen gerne die besprochenen drei Wege und verschlafen oder ver-erstarren (gibt´s da ein Wort für?) die widerlichsten Wochen.
Und das mit einem Kreislauf samt Lebensfunktionen auf Sparflamme. Arg, irgendwie.
 

Winterschlaf

Neben einer Reihe von Unklarheiten des Einläutens der Schläfrigkeit, dürften die verkürzten Tageszeiten zu einem Anlegen von körperinternen Fettdepots führen und diese wiederum zu einer stärker werdenden Schlafbereitschaft.
 
Die Körpertemperatur wird abgesenkt und mit dieser auch alle Körperfunktionen, die nur mehr in Super-Slow-Mo ablaufen. Es ist aber in der Regel kein durchgehender Tiefschlaf, sondern ein Wechsel von tage- bis wochenlangen Ruhephasen mit kurzen Wachphasen, in denen auch mal herumgewetzt, eventuell uriniert und gekotet wird, aber sonst nicht allzu viel passiert.
 
Während des Winterschlafes werden Fettreserven verbraucht, besonders dann wenn die Aussentemperaturen zu weit unter eine artspezifische Winterschlaf-Körpertemperatur fällt - wie eine Standheizung.
 
Faszinierend sind tatsächlich die todes-nahen Körperfunktionen. Das können bei einigen Arten statt 200 nur mehr fünf Herzschläge pro Minute sein, oder 1 bis 2 Atemzüge pro Stunde - bei 8°C Körpertemperatur!
 
Rigorose Schläfer sind Murmeltier und der kleine Siebenschläfer, aber auch HamsterFledermäuse und Igel.
 
 

Winterruhe

Bei der Winterruhe sinkt die Körpertemperatur bei weitem weniger ab, hier wird mehr gewetzt und es findet auch mal für mehrere Stunden und Tage - bei guten Verhältnissen - wieder Alltagsleben mit Nahrungssuche und Co ausserhalb von Nest und Höhle statt.
 
Super Beispiel dafür sind Dachs und Eichhörnchen. Der Bär ist irgendwie beides - er bleibt in der Regel über Monate in seiner Höhle, ohne Fressen und Kacka gehen, kann aber in milden Wintern auch herumwandern.
 
 

Winterstarre

Ganz harte Kumpels sind eine Reihe wechselwarmer Lebewesen. Sie können ihre Körpertemperatur nicht einmal annährend konstant halten, diese ändert sich mit der Aussentemperatur.
 
Während im Sommer Schatten und kühle Plätze vor Überhitzung schützen (es gibt auch Sommer- und Trockenschlaf), fallen sie bei Kälte in einen Starrezustand. Sie können aus diesem Zustand nur durch Wärme wieder erweckt werden - da nützt anschreien und kitzeln gar nix.
 
Dazu zählen Amphibien und Reptilien, aber auch Fische und Insekten.
 
 
Auf jeden Fall faszinierend, wir Menschen würden innerhalb kürzester Zeit unterkühlen und Muskelmasse abbauen.
 
 

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