von Martin Fürst,

5 Arten ein Feuer zu machen, die du beherrschen solltest

Wenn du dich outdoors bewegst, ganz egal ob Wandern, Trekking, Bergsteigen, Schwammerlsuchen oder leidenschaftliches Bushcraften - die Fähigkeit in Notsituationen ein Feuer zu entzünden kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Diese 5 Arten solltest du beherrschen ...

Notwendigkeit

Notbiwak

Es kann schneller gehen, als du vielleicht denkst. Eine falsche Abzweigung, eine Unachtsamkeit, eine Verletzung eines Gruppenmitgliedes - und schon sieht die heile Outdoorwelt von einer Sekunde auf die andere düster und bedrohlich aus. Neben dem Aufsuchen oder Bau eines Shelter, also einer Notbehausung, um aus dem energiezehrenden Faktor "Wind und Wetter" zu kommen, ist Feuermachen in unseren Breiten eine Top-Survival-Priorität. Hier eine Auflistung von Methoden, die du beherrschen solltest. Denn dieses Wissen wiegt nichts und ist immer dabei. Aber was heisst schon Wissen und Können? Überprüfe an Hand der Liste, welche Arten Feuer zu machen du WIRKLICH beherrschst!

Feuerzeug

Feuerzeug

Die vermeintlich einfachste Art ein Feuer zu machen. Das Feuerzeug, egal ob elektronisch oder mit Funkenstahl, lässt eine Flamme erscheinen und nicht bloß einen Funken. Der Vorteil ist die große Hitze der Flamme und die lange Brenndauer dieser. Die Chance somit, auch feuchteres Holz zu entzünden, ist größer. Außerdem geht es schnell, spart Zeit und Energie. Hast du schon einmal ein nachhaltig brennendes Feuerchen mit einem Feuerzeug entzündet und dabei nur das verwendet, was Wald und Wiese gerade eben zur Verfügung stellen? Auch hier ist die Kenntnis über den Aufbaues eines Lagerfeuers, die Grundprinzipien des Feuers und die verschiedenen Brennholzgrößen essentiell - sonst nutzt dir auch das beste Feuerzeug nix.

Streichhölzer

Streichhölzer

Die nächste Steigerungsstufe sind Streichhölzer. Auch sie produzieren eine heisse Flamme. Für einige Sekunden. Sofern man diese vor dem Wind schützen kann. Bei Streichhölzern wird es schon richtig wichtig, entweder ein bereits präpariertes Zundermaterial oder zumindest feinste, trockene Ästchen bzw. Feathersticks (aufgefaserte, lockige Holzstäbe) parat zu haben, damit die zarte Flamme des Streichholzes überspringen kann. Das gilt nun auch für den weiteren Aufbau des Lagerfeuer-Setups - das Flämmchen muss schnell überspringen können. KnowHow ist gefragt, welche Schichten an Brennmaterial man in welcher Stärke in welchem Abstand zu einander aufschlichtet. Das Feuer soll aber dennoch genug Luft bekommen und nicht ersticken. Die ultimative Challenge ist es, nur ein Streichholz zu verwenden! Schon geschafft?

Feuerstahl

Feuer machen mit dem Feuerstahl

Der Feuerstahl ist eine andere Kategorie. Er erzeugt keine Flamme, sondern Funken. Je nach Modell und Geschick ansehnlich große, heisse, vielleicht sogar eine Sekunde glimmende Funken. Und davon bei richtiger Anwendung auch gleich einen ganzen Schauer. Es ist möglich feinst aufgefasertes Holz damit zum Brennen zu bringen, aber meist braucht es schon profunden Kenntnisse von geeigneten Zundermaterialien.

Denn der nur kurze Momente brennheisse Funke benötigt knochentrockenes, feinst aufgefasertes Material, um einerseits anhaften zu können und dabei sofort diesen Untergrund zu entzünden.

Ein Klassiker ist Birkenrinde, oder trockenes Gras – aber auch andere Zundermaterialien funktionieren.

Aber es ist ein Unterschied, ob etwas glimmt oder sofort in Flammen aufgeht. Weisst du welcher Zunder was tut und wie du damit in Bezug auf deinen Lagerfeuer-Aufbau umgehst?

Feuerschläger

Der Feuerschläger war in Europa über hunderte Jahre DAS Feuerzeug. Hier wird mit einer harten, scharfen Kante– zB mit einem Feuerstein – entlang einer Kohlenstoffstahl-Fläche geschlagen. Mit einem gewissen Zug und Wumms durchgeführt, reisst diese Kante aus der Stahloberfläche einen Funken heraus, der durch die aufgewandte Energie zum Glühenkommt und wegspritzt.

Diese Funken sind in der Regel weniger groß und heiss als die beim Feuerstahl produzierten. Wodurch es schwieriger wird, Zunder zum Entflammen zu bringen. Einfacher ist es, dem Funken auf einen geeignete Oberfläche zu bringen, die das heisse Pünktchen anhaften lässt und sofort selbst zu glühen und glimmen beginnt.

Auf diese Art stellt man eine größeres Stück Glut her, welches nun dazu verwendet wir, ein Zundernest zu entzünden, um dieses dann wieder in den Lagerfeuer-Aufbau einzubringen.

Um gute heisse Funken zu erzeugen, braucht es schon mehr Übung als beim Feuerstahl. Auch das Wissen um eben diese Glutvergrößerer, wie zB Charcloth, Charwood, Zunderschwamm und Co, braucht intensiveres Auseinandersetzen und Vorbereitung.

Schon mal andere Steine als Feuerstein hergenommen für diese Methode? Und Charcloth ausgelassen?

Holzreibung

Feuer machen mit Reibung

Die ultimative Feuermachmethode. Vielleicht hast du kein Feuerzeug zur Hand, keine Zündhölzer, keinen Feuerstahl, keinen Feuerschläger. Nur ein Messer und vielleicht nicht einmal das.

Es ist die älteste Art Feuer zu machen. Und diejenige, die keine modernen Werkzeuge benötigt. Alles ist unmittelbar aus der Natur herstellbar, adaptierbar.

Zum Beispiel der Bowdrill, wo ein gebogener Stock mit Schnur eine Spindel zur Drehung antreibt, welche mittels Hand-Druckstück dann auf ein Holzstück am Boden presst. Durch Druck und Drehung entsteht Reibung, Hitze und feinster Holzabrieb, welcher sich zu einer Glut verwandeln lässt.

Diese Glut braucht dann eine perfektes Zundernest, um in einer Flamme aufzugehen.

Oder der Handdrill, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert, allerdings ohne Druckstück und Bogen, nur mit den Händen.

Hier braucht es viel Hingabe, um das notwendige Wissen, Geschick und auch Haltung zu entwickeln, um auf diese Art ein Feuer zu machen.

Die ultimative Herausforderung ist, alles was du dazu brauchst innerhalb einer Stunde aus der Natur zusammenzusuchen, eine Glut zu schaffen und diese in einem nachhaltig brennendem Lagerfeuer zu entflammen. Ohne Messer und andere Hilfsmittel.

Das ist die vollständige Unabhängigkeit, aber auch die vollständige Verbindung zur Natur, zu dir und zum Geist der durch alle Dinge fliesst. Denn anders wirst du das nicht schaffen und immer wieder reproduzieren können.

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