Spitzmaus

von Martin Fürst,

Eine Maus die keine Maus ist

Ich wage zu behaupten, dass fast alle schon einmal in ihrem Leben eine Spitzmaus gesehen haben. Sie sieht aus wie ein Maus, halt mit Rüssel. Aber genauer betrachtet, ist sie keine echte Maus. Was ich Faszinierendes herausgefunden habe, kannst du in diesem Blogartikel erfahren.

Ich wage zu behaupten, dass fast alle schon einmal in ihrem Leben eine Spitzmaus gesehen haben. Wer mit Katzen lebt, der bekommt sie öfter zu Gesicht. Nicht immer zum Erfreuen, denn meist liegen sie tot, aber von der Katze nicht aufgefressen vor der Tür. Warum das so ist und noch einige wirklich herausragenden Besonderheiten mehr, erzähle ich dir hier.

Raubtiere – die Kleinsten die Größten

Waldspitzmaus

Spitzmäuse sind keine Mäuse – was sagst du dazu? Die Spitzmäuse unterscheiden sich von den bei uns ganz geläufigen Mausarten, wie die Wald- und Rötelmaus, ganz markant in einigen Punkten! Einer davon ist ihr Gebiss! Sie haben nämlich im Gegensatz zu den Nagetieren ein Raubtiergebiss! Spitzmäuse sind also klitzekleine Raubtiere! Spitzmäuse gehören somit zur Ordnung der Insektenfresser, und nicht wie ihre Wesensverwandten die Mäuse zu den Nagetieren. Cool, oder?

Katzen verschmähen Spitzmäuse

Katzen fressen sie deshalb nicht, weil die kleinen Flitzer einen für unsere Hausgenossen ekelhaften, moschusartigen Geruch ausscheiden. Die Schleiereulen – nur denen ist das egal, Spitzmäuse sind nämlich deren Lieblingsbeute!

1200 Schläge pro Minute im Schockzustand

Ihr Herz schlägt so unglaublich schnell. Ihr Stoffwechsel ist so hoch, dass sie unglaublich viel fressen müssen. Manche Arten sterben, wenn sie binnen ein oder zwei Stunden nichts Essbares erbeuten! Ihr Herz schlägt 800-1000 Schläge pro Minute. Ein menschliches Herz im Ruhepuls schlägt im Vergleich dazu ca. 70 mal. Halte hier einmal kurz inne und lasse dir Zeit diese Zahlen wirklich zu verinnerlichen. Bis zu 1000 mal! Und das pro Minute!

Schwimmhäute

Wie wäre es, wenn ich dir nun sage, dass es eine Spitzmausart gibt, die im Wasser zu Hause ist ... glaubst du mir das? Die Wasserspitzmaus kann bis zu 30 Sek. im Wasser die Luft anhalten, ist unglaublich geschickt und geschwind mit dem Jagen unter Wasser. Ihre Beute sind sogar kleine Fische! Und welchen Lebensraum besiedeln eigentlich die Spitzmäuse, die nicht Wasserspitzmäuse genannt werden?

Spitzmauskarawane

Sumpfspitzmaus

Spitzmäuse können bis zu elf Junge werfen. 20 Tage dauert die Tragzeit und nach 7 Tagen öffnen sie die Augen. Wenn nun eine Übersiedelung des Nests angesagt ist, bilden sie eine Reihe. Jedes Tier "beißt" sich in der Schwanzwurzel seines Vorgängers fest, das vorderste Tier hält sich an der Mutter fest - und zwar so fest, dass sich die ganze Karawane vom Boden heben lässt wenn man die Mutter in die Höhe hebt. Wie das aussieht, dazu gibt es einen kurzen Film aus dem Jahre 1983 den ich euch unten verlinkt habe.

Zu guter Letzt erzähle ich dir noch von der ganz besonderen Besonderheit der kleinen Räuber! Nur Fledermäuse und Zahnwale tun es ihnen gleich. Sie haben die Fähigkeit zur Echoortung. Sie senden dabei Reihen von hohen Quietschtönen aus, mit deren Hilfe sie ihren Lebensraum erkunden können. Unklar ist, ob die Echoortung auch zum Aufspüren der Beute verwendet wird.

Mein Fazit

Unglaublich sind sie mit ihren besonderen Eigenschaften, diese kleinen Räuber vor unserer Haustüre!

Meine Bewunderung für meine kleinen Nachbarn ist enorm gestiegen und beim nächsten Mal, wenn ich eine zu Gesicht bekomme, freue ich mich schon, wenn ich sie in ihrem natürlichen Umfeld beobachten und studieren kann! Vielleicht finde ich dann auch heraus, ob es wirklich stimmt, dass sie an ihren Füßchen hinten und vorne gleich viele Zehen haben! Was mir wiederum beim Spurenlesen ein sicherer Hinweis auf Spitzmaus sein kann.

Ich hoffe ich konnte dir ein Stück meiner Begeisterung für die Spitzmaus mitgeben! Vielleicht magst du sie ja weiterschenken ;-) bis zum nächsten Naturblog.

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