von Martin Fürst,

Die drei Säulen einer Kultur, die zur Potentialentfaltung ermutigt

"Wir sind die Veränderung, die wir uns für die Welt wünschen." Dieses inspirierende Zitat passt wunderbar zu dem Bild dreier tragfähiger Säulen, auf welche wir solide unsere tragfähigen Netzwerke aufbauen können. Und hat Naturverbindung spielt auch hier wieder eine "tragende" Rolle ...

Dank des Engagements von Dr. Gerhard Hüter, seines Zeichens „Hirnforscher“, als prominente Stimme und treibende Kraft in einem, sich steigender Aufmerksamkeit öffnendem Feld, hat das Themenfeld „Potentialentfaltung“ eine ermutigende, hoffnungsfrohe Sonnenaufgangs-Stimmung erfahren.
 

Aber was kann das sein, diese Potentialentfaltung?

Mittlerweile wissenschaftlich untermauert ist die Vorstellung, dass ein Neugeborenes bzw. ein Kleinkind die höchste Zahl an Verschaltungen und Knotenpunkten im neuronalen Netzwerk des Gehirns hat. Dieses Zahl an aktivierten bzw. schnell und leicht aktivierbaren Verbindungspunkten, wird im ganzen Menschenleben nie wieder so hoch sein.
 
Dieses vorgefertigte Netzwerk ist darauf ausgelegt, beständig über sich hinaus zu wachsen und über düngerartige Impulse genau DAS Wahrnehmungs- und Denk-Organ zu kreieren, welches am besten dazu in der Lage ist, das Leben des Individuums zu bewahren und für die optimalen Lebensbedingungen der nächsten Generationen und allen daran, als maßgeblich gewerteten, beteiligten Faktoren zu schaffen.
 
 
Das ist die gute Nachricht!
 
 
Gerade in den ersten Jahren erfolgt diese Anpassung in einer atemberaubenden Geschwindigkeit, aber auch in weiteren Lebensabschnitten ist eine Anpassung oder gar fundamentale Neuausrichtung möglich, wenn auch nicht mehr ganz so „leichtfüssig“ wie als Kind. Nicht alles, was wir im Fortschritt unseres Lebensweges erleben, geht uns so „unter die Haut“ und entlädt kreative Stromstösse durch unsere Denkbahnen an Erfahrungen, Haltungen und Glaubenssätzen.
 
Das lässt uns zum Schluss kommen, dass der Mensch Zeit seines Lebens wächst, sich entwickelt und die Fähigkeit besitzt, über sich hinaus zu wachsen. Dieses Potential besitzt jeder von uns. Ob es aktiviert wird und in welche Richtung es sich hinbewegt, hängt von vielen Faktoren ab.
 
Denn auch wenn die drei Säulen, die ich im Anschluss nenne, die Grundprinzipien als simpel erscheinen lassen und auch sind, ist das Leben mit seinen Quadrillionen an Variablen und Konstanten alles andere als einfach zu erklären. Es ist … vielfältig - und das ist gut so!
 

Was wäre aber der entscheidende Vorteil ...

... einer Gesellschaft, die sich gegenseitig einlädt, ermutigt und inspiriert, immer wieder bedeutsam über sich hinaus zu wachsen?
 
 
Wir leben in einer Zeit, die nicht mehr rein auf das Sammeln und Erfahren von fundamentalem Wissen ausgerichtet sein muss, um die Wirksamkeit der Zusammenhänge in seinen Grundzügen zu verstehen und zu begreifen.
 
Wir brauchen ein mehr an Kreativität, wie wir mit dieser noch nie da gewesenen Menge und leichten Verfügbarkeit an Wissen, den Herausforderung der einzelnen Individuen, der Beziehungen, der menschlichen Kultur sowie der anderen Partner der Natur im Jetzt und auf die nächsten Generationen gesehen, angehen und smart und empathisch lösen.
 
Mit der Herangehensweise, wie es scheint, mit der wir hier her gekommen sind, kommen wir den nächsten Schritt nicht wirklich weiter, so sehr wir auch drücken, pressen und mit den erprobten Methoden auch herumprobieren.
 

2-Achsen-Gesellschaft

Denn, so wie ich das sehe, haben wir unser Potential in Richtung der Dominanz-basierten Achse unserer möglichen Ausrichtung bereits hinlänglich gut entfaltet und trainiert.
 
Es ist obsolent, nun der zweiten Achse wieder mehr an Bedeutung zukommen zu lassen. Der Empathie, dem Wir, dem Ermutigen, Einladen, dem Gemeinsamen, wo das Verbindende über das Trennende gestellt wird.
 
Meiner Meinung nach kann uns hier etwas aussergewöhnlich hilfreich sein, denn es erscheint mir als die verkörperte, reale Manifestation dieser beiden Achsen:
 
 
Die „wilde“ Natur!
 
 
Somit komme ich zu den drei Säulen, die einer Kultur, die zur Potentialentfaltung ermutigt
 

1. Naturverbindung

Mit all den verfügbaren und genialen Kochrezepten, Leitfäden und wissenschaftlichen Erörterungen geht uns nichts so sehr unter die Haut, wie die Essenz der Lebens und seiner Ordnung in direktem Kontakt zu erfahren. Dort wo Natur ist und stattfindet. Draussen. Mit dem Menschen, in seiner im möglichen, achtsamen Haltung.
 

2. Menschen-Verbindung

Bedeutsame Verbindungen zur Natur ist für unsere konnektive Ausrichtung von zentraler Bedeutung, aber auch die Beziehungen zu Menschen sind eine Sehnsucht und ein nährender Bestandteil auf unserem Weg unser Potential zu erkennen, auszuloten und weiterzuentwickeln.
 
Einen Gutteil unsere Wachstums begehen wir über das Spiegeln, meist unbewusst, unserer menschlichen Begegnungen. So wohl ich mich unter Bäumen und am Wasser fühle, meine „Peer-Group“ sind Menschen, und auch wenn es mir und vielen “von uns” im Trubel und Chaos des Alltages und Weltgehens nicht immer so erscheinen möge, hier bestehen die größten Übereinstimmungen und Gleichheiten.
 
Die Art wie wir uns begegnen, wertschätzen, einladen, inspirieren, sowie gemeinsam unserer Emotionen und Gefühle gewahr werden, die in uns allen werken und uns mit unseren einzigartigen Erfahrungen zu einzigartigen Individuen machen - sie macht Vielfalt, Ausdehnung und Wachstum nach Innen und Aussen möglich.
 

3. Der kulturelle Korb

Menschen wie wir, tun Dinge wie dies hier! - das ist für mich heruntergebrannt die Essenz von Kultur. Und vereint eine Reihe von Sehnsüchten und Notwendigkeiten, die unser Leben leiten und bestimmen - mehr als wir uns heutzutage einzugestehen wagen.
 
Unser Potential richtet sich von klein an an dem aus, was der kulturelle Rahmen vorgibt. Welchen Raum und welche Regeln und Ordnung er bietet, was er gut heisst und was er ablehnt und mit Ausschluss aus der Reihe der Gemeinschaft - der Höchststrafe für unser Reptiliengehirn - ahndet.
 
Aber Kultur ist nicht einfach ein unbeeinflussbares Naturereignis - sie ist ein einfaches und doch hochkomplexes Ergebnis aus Tausenden Entscheidungen, die wir als bedeutsam erachten und in Form bringen.
 
Und die treibende Kraft dieser Kultur sind Menschen und die Art wie sie auf die Herausforderungen der Veränderung der Umstände der Landschaft rundum - in kurzem und weiträumigen Massstab - reagieren.
 

Du bist die Veränderung

Wir können und werden nicht „die Kultur“ in ihrer Gesamtheit verändern können.
 
Aber so wie das Einzelindividuum die Qualität seiner Beziehungen beeinflussen kann und damit seine Sub- oder Mini-Kultur im Freundeskreis, in der Familie und in der Arbeit, so beeinflusst auch diese kleine Kultur das nächstgrößere Konglomerat aus übereinstimmenden Überzeugungen und so weiter.
 
Ich möchte dich einladen, dieses Bild in dich einsickern zu lassen und aufmerksam zu beobachten, ob es für dich ein glückliches, hoffnungsvolles Gefühl erzeugt, auf das du gerne zugehen möchtest.
 
Gleichsam möchte ich dich ermutigen, dich daran auszurichten und Menschen zu suchen, die dich in diese Richtung nähren und öffnen, und gleichsam dich inspirieren, zu einem Leuchtturm einer “alten neuen” Haltung zu werden.
 
 
Für uns alle und unser aller nächsten Generationen
 
 

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