Martin Fürst mit Spurenlesebüchern der Oberklasse

von Martin Fürst,

Die créme de la créme der Spurenlesebücher?

Drei Bücher zum Thema Spurenlesen, allesamt im oberen Preissegment unserer Testreihe. Sind diese Führer wirklich ihr Geld wert? Oder nur aufgeblasene Fotobücher mit dem selben Inhalt wie die günstigen Kleinen? Wir werden sehen ...

Ich habe insgesamt 9 Spurenlesebücher, die Anfang 2016 am deutsprachigen Markt erhältlich sind, einem intensiven Test und einer knallharten Bewertung unterzogen. Diese 9 Bücher habe ich wegen der umfangreichen Rezensionen in drei Gruppen eingeteilt:

  • Günstig, um die 10,- EUR
  • Mittelpreisig, um die 15,- EUR
  • Hochpreisig, ab 20,- EUR

Hier findest du den ersten Teil über die drei günstigsten Bücher

Hier findest du den zweiten Teil über zwei mittelpreisige Bücher

In diesem Blog bewerte ich die drei teuersten Testkandidaten

Los geht´s !

1. Fährten lesen und Spuren suchen

Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Haupt Verlag; Auflage: 1., (17. September 2014)
ISBN-13: 978-3258078540
Größe und/oder Gewicht: 15,4 x 2,2 x 21,6 cm

Preis: 24,90 EUR

http://amzn.to/1PFbCDh

Was das Buch verspricht:

Fährten lesen und Spuren suchen, Inhaltsverzeichnis

Ein wertiges Cover mit dem Bild eines schnürenden Fuchses im oberen Drittel und drei kleineren Bildern im unteren Drittel, welche allesamt erweiterte Spuren darstellen - ein Trittsiegel findet sich hier mal nicht.

"Dieses Handbuch führt in die Kunst des Spurenlesens ein und erklärt, wie Trittsiegel und Fährten vermessen werden können."

"Eine Spurenlese-Leseschule und ein umfassendes Nachschlagewerk für alle Naturfreunde."

"Mit der Fährtensuche ist es ähnlich wie mit dem Lesenlernen: Es kommt weniger auf das Endergebnis als vielmehr auf den aufregenden Prozess des spontanen Entdeckens an."

Trittsiegel - Pfoten/Hufe - Entstehung einer Spur bzw. Fährte

Der Bereich bekommt richtig viel Platz mit richtig großen Bildern. Es ist eine gelungene Mischung aus leicht lesbarem Inhalt mit sogar wissenschaftlichen Bezeichnungen. Inklusive jeweils einer Seite Erklärung Unterschied Katze/Hund und Hund/Fuchs!

Gangarten

Gehen, Traben,Galopp ist alles sehr gut ausgeführt, textlich. Mir fehlt hier eine Skizze wie es aus den einzelnen Bewegungsabläufen zu den Spurenmustern kommt. Bei den einzelnen Arten werden dann immer wieder Varianten gezeigt. Schade, da ginge noch ein Hauch mehr ...

Gebrauch des Buches / Abmessen der Trittsiegel und Settings

Ebenfalls anschaulich, sprich mit guten Bildern erklärt. Mit dabei der Hinweis, dass in der Regel Pfoten ohne Krallen gemessen werden. Leider empfinde ich die mit Hilfslinien versehenen Pfoten- bzw. Hufbilder als trügerisch – so wie es hier dargestellt wird, wird man eine viel zu große Länge bzw. Breite messen – gemessen wird innen drinnen. Cool finde ich eine feine Anleitung zum Spuren-Ausgießen. und noch besser die Erwähnung des Gebrauches eines Fährtenstockes!

Übersichtliche Abbildungen der Pfoten/Hufe

Gibt es nicht

Einzelne Arten

Fährten lesen und Spuren suchen, Artenübersicht

Nach dem fulminaten Beginn des Buches geht´s weiter zum eigentlichen Inhalt. Eingeteilt ist es in Pfoten, Paarhufer und Unpaarhufer, ja und auch noch in Amphibien und Reptilien. Yes! Und noch mehr Yes! weil zB bei den Pfotentieren diese nach gewissen Wiedererkennungskriterien sortiert sind, nämlich in Katzen-, Hunde-, Marderartige und Ausnahmen. Das hab ich so noch nirgends gefunden und entspricht dem, wie wir Spurenlesen weitergeben.

Aber dann die Ernüchterung. Die einzelnen Arten sind eher unübersichtlich in ihrer Kategorie aneinandergestoppelt. Zum Beispiel findet sich im Text keine Angabe der Trittsiegelgröße, dafür ist am Ende des Kapitels eine kleine Tabelle mit den Infos zu finden.

Die wichtigsten Infos sind da, Text ist gut, Bilder und Skizze sind gut, aber da ginge noch viel viel mehr. Nach dem tollen Start ist es einfach enttäuschend wie wenig Inhalt da ist – man ist in der Erwartungshaltung, dass es jetzt richtig in die Tiefe geht – aber das passiert leider nicht. Deutlich wird das dann beim Verhältnis der bereitgestellten Seitenzahlen …

Kuriosa

Seehund? Polarfuchs? Chinesisches Wasserreh? Die schon, aber Biber quasi gar nicht … ???

Artenumfang Trittsiegel

Säugetiere

Nagetiere und Spitzmäuse (sehr unkonkret), Kaninchen und Hasen, Hauskatze, Luchs (zwar mit Bild aber eigentlich nix), Rotfuchs, Polarfuchs, Marderhund, Wolf, Dachs, Hermelin, Marder, Itlis, Mauswiesel, Fischotter, Nerz, Igel, Maulwürfe, Fledermäuse, Seehunde, Bären, Elche, Rentier, Rothirsch, Sikahirsch,Damhirsch, chinesisches Wasserreh, Muntjak, Rehe, Wildschweine, Rind, Schaf, Kuh, Ziege, Pferde (Erwähnung der letzteren finde ich super!)

Reptilien und Amphibien

Frösche und Kröten, Molche, Eidechsen, Schlangen (toll, dass das überhaupt eine Erwähnung findet!)

Vögel

nein

Seitenverhältnis der Hauptinhalte

  • Erklärungen, Übersichten: 36 Seiten
  • Säugetier-Spuren: 19 Seiten
  • Vogelspuren: 0 Seiten
  • Fraßspuren alle: 36 Seiten
  • Gewölle: 21 Seiten
  • Losungen: 31 Seiten
  • Baue und Nester: 52 Seiten
  • Sonstige Spuren: >60 Seiten

Wildwechsel, Pässe, etc.

3 Seiten – immerhin

Fraßspuren

Hier beginnt die eigentliche Stärke des Buches – viele tolle Bilder, viele Arten, eine enorme Breite und große Inspiration, weil sooo viel zu finden ist in dem Buch! Wirklich, der Inhalt ist enorm!

Kot und Gewölle

Detto, da kann man nicht meckern. Sehr umfassend, super illustriert. Verleitet zum Schmökern und neugierig Aha-Erlebnisse aufsaugen. Abmessen, Zerlegen, alles!

Baue, Nester, Verstecke

Riesiger Umfang – bestes Buch das ich kenne – ausgenommen eventuell einem Spezialbuch für eine einzige Art oder Familie.

Weitere Spuren

Fährten lesen und Spuren suchen, Tierspuren

Erschlägt einen mit Hülle und Fülle. Mein Highlight: Schädel und Zahnreihen vom Damhirsch.

Begriffserklärung

17 Begriffe

Fazit

Wie auch am Cover gezeigt und auf der U4 erwähnt – ein Naturführer, ein umfassendes Nachschlagewerk. Die riesige und wirklich gut gelungen Einleitung ließ mich auf einen ebenso umwerfenden spurenleseinhaltlichen Kern hoffen. Aber dem wird das Werk leider nicht gerecht. Für den rein am Trittsiegel-/Fährtensuchen interessierten Zeitgenossen gibt es bessere Bücher. ABER – es ist der bisher brillanteste, beste, umfangreichste, inspirierendste Naturführer für Spuren und Zeichen heimischer Tiere in allen Größen!

2. Fährten- und Spurenkunde

Broschiert: 128 Seiten
Verlag: Franckh Kosmos Verlag; Auflage: 1 (11. Juni 2015)
ISBN-10: 3440148815
Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 1,7 x 25,3 cm

Preis: 19,90 EUR

http://amzn.to/1UTzCml

Was das Buch verspricht:

Fährten- und Spurenkunde, Inhaltsverzeichnis

Wieder einmal ein Cover mit einem Fuchs – diesmal mit hypnotisierendem Blick. Und ein Titel der einzig und alleine Spurenkunde verlautbart. Am unteren Ende des Covers eine Texteinblendung: „empfohlen von Wild und Hund“. Jagdlich angehaucht? Ah ja, noch ein Textbalken links oben: „Praxisbuch Jagd“. Bisherige Erlebnisse waren ja positiv.

„Die wichtigsten Wildarten und -tiere im Steckbrief. Trittsiegel, Fährten, Spuren und Geläufe. Losung, Gewölle, Fraßbilder und weitere Zeichen. 190 Fotos und Zeichnungen. Zusatzinfos zu Bestandssituation und Bejagung.“

„Aus der Praxis für die Praxis.“

Trittsiegel, Pfoten/Hufe, Entstehung einer Spur bzw. Fährte

Dieser Teil findet sich gleich am Anfang. Und er besteht nur aus Text. Kein Bild, keine Skizze. Hmmm. Der Inhalt des zweiseitigen Kapitels ist allerdings gut und auf den Punkt gebracht. Aber ohne Ansicht wird es schwierig sich so manches vorzustellen. Alles in allem aber kein Beinbruch.

Gangarten

Kein extra Kapitel. Keine anschauliche Erklärung über eine Bewegungsskizze wie es denn zu den einzelnen Spurbildern kommt. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass genau das einer der schwierigsten Kopfrätsel beim Einstieg ins Spurenlesen ist. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, geschweige denn körperlich nachstellen, spüren, was da abläuft. In den einzelnen Artenbeschreibungen finden sich dann aber sehr wohl Erklärungen zu einzelnen Gangarten. Was mir da aber aufgefallen ist, sind die fehlenden optischen Unterscheidungsmöglichkeiten zwischen Vorder- und Hinterfuß.

Gebrauch des Buches, Abmessungen der Trittsiegel und Settings

Keine Erwähnung, wie man da was misst. Einzug gefunden hat aber die Bezeichnung von Schrank und Schrittlänge inkl. Skizze.

Übersichtliche Abbildungen der Pfoten/Hufe

nein

Einzelne Arten

Fährten- und Spurenkunde, einzelne Arten

Das Buch ist mal prinzipiell in Schalenwild, Raubwild, Hasenartige, Nagetiere und Vögel unterteilt. In diesen Kapiteln finden sich dann die einzelnen Tierarten, welche zwischen 1/2 Seite (Ralle) bis hin zu 9 Seiten (Hirsch) zur Verfügung gestellt bekommen. Also Großteils wirklich großzügig. Diesen üppigen Platz nutzt das Buch dann auch für eine gelungen Unterteilung in viele Unterkapitelchen, wie Schrittlänge, Trittsiegel, Zeichen außerhalb der Fährte etc. Was mir gut gefällt sind die teils großen Abbildungen (Fotos/Zeichnungen) der Hufe bzw. Pfoten in quasi „Positiv“ als dem Fuß selbst bzw. dem „Negativ“ – also dem Abdruck. Ein Beispiel ist hier der Marderhund – mit den Zeichnungen vieler anderer Bücher hast du keine Chance diesen Abdruck in live zu erkennen. Alles ist natürlich randvoll mit jagdtypischen Bezeichnungen, und wenn man nicht aus dieser Ecke kommt, dann ist schon ab und an mal Bahnhof.

Was mir ein wenig ungut aufgefallen ist, dass es hin und wieder Tierarten gibt, bei denen zwar ein Bild des Abdruckes zu finden ist – und das sogar mit Zentimetermaßstab, welches aber so klein ist, dass man unmöglich genau die Länge und Breite ablesen kann. Was nicht weiter tragisch wäre, wenn dann im Text die Trittsiegelabmessungen zu finden wären …

Was mir sehr gefällt, sind die unspektakulär miteinfließenden, aber wirklich extrem interessanten Zusatzinfos, natürlich aus dem jagdlichen Kontext – sie geben dem ganzen Tiefe und Lebendigkeit.

Kuriosa

Nein … außer vielleicht das Kapitel „Losungen, Gewölle und Fraßspuren“ … mehr weiter unten

Artenumfang Trittsiegel

Säugetiere

Rotwild, Damwild, Rehwild, Muffelwild, Gamswild, Schwarzwild, Luchs, Wildkatze, Rotfuchs, Wolf, Marderhund, Waschbär, Dachs, Fischotter, Baum- und Steinmarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel, Feldhase, Wildkaninchen, Biber, Nutria, Bisam, Eichhörnchen, Wanderratte, aber keine Mäuse ….

Federwild

Rebhuhn, Fasan, Wachtel, Auerwild, Birkwild, Stockente, Graugans, Höckerschwan, Haubentaucher, Waldschnepfe, Silbermöwe, Lachmöwe, Ringeltaube, Kolkrabe, Aaskrähe, Elster, Graureiher, Blessralle, Teichralle, Kranich

Kleines Haarnutzwild

Hase, Kaninchen, Biber, Bisamratte, Murmeltier, Eichhörnchen, Igel, Rötelmaus, Waldwühlmaus,

Seitenverhältnis der Hauptinhalte

  • Erklärungen, Übersichten: 5 Seiten
  • Säugetier-Spuren: 79 Seiten
  • Vogelspuren: 27 Seiten
  • Fraßspuren alle: 1 Seiten
  • Gewölle: 1 Seiten
  • Losungen: 1 Seiten
  • Baue und Nester: 0 Seiten

Wildwechsel, Pässe, etc.

Nicht erwähnt

Fraßspuren

Fährten- und Spurenkunde, Fraßspuren

Also, irgendwie, eigentlich … nein. Kein eigenes Kapitel. In der Artenbeschreibung manchmal kurze Erwähnungen. Das Kapitel „Losungen, Gewölle und Fraßspuren“ ist da überhaupt ein Kuriosum: 1 ganzseitiges Kapitelblatt, dann 3 Seiten Inhalt mit 8 Kackas, zwei Gewöllen, 4 Fraßbildern und zwei Skizzen. Das war´s … nichts desto trotz freut mich der Fokus auf die Spurbilder!

Kot und Gewölle

siehe oben

Baue, Nester, Verstecke

Nein

Weitere Spuren

Nein

Begriffserklärung

erstaunlicherweise nein, das wäre vielleicht für Nicht-Jagdsprache-mächtige eine gute Idee für eine leichtere Handhabe des Buches.

Fazit

Endlich mal ein Spurenbuch, das auch den Fokus auf Trittsiegel und Fährten und Spurbilder legt! Wenn man keine Idee hat, wie die einzelnen Abdrücke entstehen und wie so eine Spurenfolge ensteht, wie sich ein Tier bewegt, damit sich das dann am Boden zeigt, ja da denke ich wird es schwierig werden. Werkzeuge, damit dieses räumliche, verkörperlichte Sehen entstehen kann, sind keine eingepackt. Was mir sehr gefällt, ist die Tiefe bei den Beschreibungen der meisten angeführten Tierarten. Da erfährt man tolle Sachen. Ab und an könnten mehr Gangarten gezeigt und erklärt werden – dazu bräuchte es dann auch die farbliche Unterscheidung Vorder- und Hinterfuß. Alles in allem definitiv eine Kaufempfehlung, wenn die jagdliche Sprache bzw. der auch immer wieder auftauchende jagdliche Kontext nicht gesinnungsmäßig abstößt.

3. Tierspuren

Broschiert: 276 Seiten
Verlag: BLV Buchverlag (1. September 2012)
ISBN-10: 3835409654
Größe und/oder Gewicht: 16,4 x 2,3 x 24,4 cm

Preis: 19,95 EUR

http://amzn.to/22CC1Y1

Was das Buch verspricht:

Tierspuren, Inhaltsverzeichnis

Großer Titel „Tierspuren“ und dazu zwei herrliche Trittsiegel von Meister Grimbart – formatfüllend. Das lässt hoffen, dass dieses Thema tatsächlich viel Raum im Buch bekommt. Ebenfalls angeführt, als Untertitel ist „Fährten, Fraßspuren, Losungen, Gewölle, Tierportraits“

„Doch sie (Anmerk. heimische Wildtiere) hinterlassen deutlich sichtbare Spuren: einen Fußabdruck, eine verlorene Feder, Nagespuren an einem Baum und mehr. Lernen Sie diese Zeichen zu interpretieren – und jeder Spaziergang wird spannender und erlebnisreicher.“

„Dieser umfassende Ratgeber mit rund 900 Farbfotos zeigt, welche Tierspuren es gibt und was Sie daraus lesen können“

„Alle Spuren sind genau beschrieben und in Fotos sowie detailgenauen Zeichnungen abgebildet.!

Trittsiegel, Pfoten/Hufe, Entstehung einer Spur bzw. Fährte

Gleich eingangs findet hier eine Erwähnung statt. Es sind drei Bildchen und 3 Zeilen Text zu finden. Besser als gar nix, aber wie ich – besonders betreffend des gesamten Umfanges des Buches – finde, reichlich wenig!

Gangarten

Findet sich auf der gleichen Seite wie oben. Da bin ich nun zwiegespalten. Einerseits ist es schade, dass hier keine Bewegungsskizze zeigt, wie es zu den einzelnen Gangarten kommt. So ist es immer schwierig einen Zugang zu dieser speziellen Vorstellung zu bekommen. Positiv hervorstellen möchte ich aber, dass Vorder- und Hinterfüße in den Spurbildern unterschiedlich gefärbt sind und dies auch erklärt ist. Das ist ausgesprochen hilfreich und eigentlich ein Must-Have! Sehr gut!

Gebrauch des Buches, Abmessungen der Trittsiegel und Settings

Ein Rückschlag – keine Erwähnung, nichts. Da steht man da mit seinem Zollstock – oder dem am Buchrücken integriertem Maßstab und – ja was mess ich jetzt eigentlich? Und wo?

Übersichtliche Abbildung der Pfoten/Hufe

Jetzt gehts wieder ein die andere Richtung. PERFEKT! So muss das! Viel Platz. Viele Abdrücke, einige davon in Originalgröße. Und wenn nicht dann mit Abbildungsmaßstab. Und überall stehen die Länge und Breite, ab und an geteilt in Vorder- und Hinterfuß. Plus Seitenangabe zur Artenbeschreibung! Zudem sind die meisten, sich deutlicher und vertiefter abzeichnenden Teile des Abdruckes schwarz gezeichnet und die „flacheren“ oder seltener sichtbaren grau. Ganz super so!

Einzelne Arten

Tierspuren, einzelne Tierarten

Jedes Exemplar bekommt reichlich Platz, manchmal mehrere Seiten. Gute Bilder unterstützen das Lese-/Lern-Erlebnis. Es handelt sich dabei um ein Artenbild, oft auch Bauten und Fraßspuren, natürlich einer Fährte, und sehr oft auch noch um ein Foto eines Bilderbuch-Abdruckes in nassem Sand oder feuchter Erde. Artenbeschreibung, Habitat, ein bisschen Verhalten und dann die wichtigen Merkmale wie Trittsiegelgrößen, Gangarten, Schrittweiten etc. Im Zusammenspiel mit den Überblicksseiten sehr gut. 

Kuriosa

Die mitteleuropäischen Paradearten wurden noch ausgedehnt. Gleithörnchen und Meeresschildkröten entdeckt man auch noch.

Artenumfang Trittsiegel

Säugetiere

Braunbär, Vielfraß, Wolf und Haushund, Eurasischer und iberischer Luchs, Wildkatze, Polarfuchs, Rotfuchs, Marderhund, Waschbär, Dachs, Biber, Kandischer und Sumpfbiber, Bisamratte, Schermäuse, Spitzmäuse, Fischotter, Mink, Nerz, Iltis, Baummarder, Steinmarder, Hermelin, Mauswiesel, Feldhase, Schneehase, Wildkaninchen, Eichhörnchen, Grauhörnchen, Gleithörnchen, Alpenmurmeltier, Ziesel, Hausratte, Wanderratte, Hausmaus, Gelhalsmaus, Waldmaus, Brandmaus, Zwergmaus, Birkenmaus, Haselmaus, Gartenschläfer, Siebenschläfer, Rötelmaus, Erdmaus, Feldmaus, Berg- und Waldlemming, Graurötelmaus, Wühlmäuse, Maulwurf, Igel, Waldspitzmaus, Fledermäuse, Hauspferd, Hausrind, Wildschwein, Elch, Rothirsch, Weißwedelhirsch, Damhirsch, Sikahirsch, Muntjak, Reh, Rentier, Moschusochse, Mufflon, Gämse, Hausschaf, Ziege, Roben, Meeresschildkröten

Vögel

Fasan, Rebhuhn, Wachtel, Schwan, Gans, Möwe, Enten, Seeschwalbe, Auerhahn, Birkhuhn, Spatz, Krähe, Schneehuhn, Eule, Blässhuhn. Graureiher, Weissstorch, Kranich, Austernfischer – alle mit Abdruck-Skizzen. Viele weitere Arten finden Erwähnungen und manchmal auch ein Bildchen.

Seitenverhältnis der Hauptinhalte

  • Erklärungen, Übersichten: 14 Seiten
  • Säugetier-Spuren: 163 Seiten
  • Vogelspuren: 12 Seiten
  • Fraßspuren alle: 30Seiten
  • Gewölle: 9 Seiten
  • Losungen: 10 Seiten
  • Baue und Nester: 10 Seiten

Wildwechsel, Pässe, etc.

Ist erwähnt – Sechs Zeilen, 47 Wörter, ein seitenformatfüllendes Bild. Wow! (Sarkasmus)

Fraßspuren

Tierspuren, Fraßspuren

Es gibt noch umfangreichere Bücher. Aber es ist sehr sehr viel drinnen, ohne dass das Verhältnis Spurenbilder zu anderen Spuren außer Balance gerät. Fotos und Bilder sind gemischt und gut gewählt. Ich empfinde es als mehr als ausreichend und zum Schmökern animierend.

Kot und Gewölle

Vieles ist in natürliche Größe abgebildet, ein Seitenverweis zur Artenbeschreibung ist auch zu finden. Auch hier ein gelungener Mix aus Zeichnungen und Fotos! Umfangreich, ausreichend. Zusätzlich findet sich dann noch einiges bei Artenbeschreibung, wie etwa der Unterschied der Losung des Rehs im Sommer wie Winter.

Baue, Nester, Verstecke

Es gibt ein eigenes kleines Kapitel mit vielen Bildern und wenig Text, wo neben Dachs und Kaninchen auch Wegwespe und Bienenfresser zu finden ist. Ein paar Vogelnester sind auch abgebildet, interessanter hier schon die Nester von Haselmaus und Co. bei den Artenbeschreibungen findet sich dann meist auch noch einiges an Essenzen zu diesem Thema.

Weitere Spuren

Dazwischengemischt – ein paar Schädel, ein bisschen was über Federn

Begriffserklärung

nein

Fazit

Sehr komplettes Spurenlese-Buch. Übersichtlichkeit und Informationstiefe sind ausgezeichnet. Das Verhältnis Fährten-Teil zu Naturführer-Teil ist sehr gut geglückt. Es könnte das supermega Buch sein, wenn da nicht noch ein paar Dinge unerwähnt währen. Mehr Erklärungen zu Wie des Spurenlesens, wie entstehen die Spuren und Fährten, anschaulicher. Vielleicht sogar mit Inspirationen zur Ausrüstung und zum Spurengießen. Definitiv das Buch, dass ich am meisten nutze. Und welches bei unseren Kursen auch am beliebtesten ist. Sehr rund. Eine Empfehlung.

Zurück